Mythische Orte

Frau Holle Teich

Die kleine ca.9 Grad kalte Quelle des Godesborns in der Mitte des Teiches,  anfallende Niederschläge und der eingeleitete Hollenbach stauen das Wasser auf einer Tonschicht auf. Unterschiedlichste Angaben sind über die reale Tiefe des Teiches übermittelt; mal soll das Senkblei den Grund nach 65 "Lachter" noch nicht erreicht haben, mal war er 2,60 Meter und zu einer anderen Zeit 9 Meter tief, der Sage nach aber soll er unendlich tief sein und auf seinem Grund soll Frau-Holles silbernes Schloss stehen. Mit prächtigem Garten voll Blumen, Obst und Gemüse. Zum Thema können Sie eine geführte Wanderung einen Vortrag oder eine Busbegleitung buchen.

Kalbe

In Schmieders Frau-Holle-Geschichten verwandelt Frau Holle trunksüchtige Burschen in Kälber und lässt sie dann auf der „Kalbe“ weiden. Vor dem Braunkohletagebau gab es dort wirklich eine große Wiese. Geologische Erklärung des Namens: Der Berg „kalbt“, d.h. große Basaltbrocken brachen vom Plateau ab und türmen sich am Abhang. Oder ganz einfach: „kahle Stelle“. Zum Thema können Sie eine 3 stündige geführte Wanderung buchen.

Kitzkammer

Von der Kitzkammer wird erzählt, dass dem Wanderer dort gelegentlich eine hohe weiße Frau mit einem mächtigen Schlüsselbund erschien, stumm neben dem Wanderer her wanderte und dann in der Kitzkammer verschwand. Einem Schäferjungen aus Hausen wollte sie einen goldenen Schlüssel schenken, doch den packte die Angst und er jagte nach Hause. Mit dem Schlüssel hätte er ihr unterirdisches Reich aufschließen können. Im Märchen von Schmieder verwandelte Frau Holle zänkische Mädchen in Katzen und sperrte sie in der Kitzkammer ein. Zur Kitzkammer können Sie eine 2 oder 3stündige geführte Wanderung buchen.

Badestube

Historiker sehen in der unscheinbar wirkenden sumpfigen Wiese am Westhang eine ehemalige Schafwaschanlage. In den Mythen hat sie eine andere Bedeutung:

An der Seite des Germanengottes Wotan/Odin zieht die geheimnisvolle wundermächtige Frau Holle in den 12 „Rauhnächten“ zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar an der Spitze des „wilden Heeres“ am Westhang des Meißners entlang, am Hirschberg vorbei, über die Weiße Wand und verschwindet in einem anderen Eingang zu ihrem Reich, in der Badestube der Frau Holle.Dabei sollen die Seelen der Verstorbenen jeweils eines Jahres unter das Wasser des Frau-Holle-Teiches zurück geführt werden, wohl möglich zum wieder geboren werden aus dem Wasser. Somit vollendet sich der Kreislauf vom Morgen zum Abend des Lebens.

Todstein oder Abteröder Bär

Am Fuß des Meißners, östlich von Abterode, steht auf einem kleinen Hügel ein auffälliger Fels, der wegen seiner Gestalt auch als „Bär“ bezeichnet wird. Sein eigentlicher und alter Name lautet jedoch
„Todstein“. Der Sage nach soll ihn Frau Holle auf dem Daumen vom Meißner dorthin geworfen haben. Er war eine vorchristliche Stätte, an der im Frühjahr zu Ehren von Frau Holle das Ende des Winters und der Beginn des Frühjahrs zeremoniell begangen wurde. Das Abbrennen des Osterfeuers auf der Anhöhe direkt über dem Felsen ist ein Beleg dafür, dass diese Tradition heute noch lebendig ist.

Hohlstein

Auch Hilgershäuser Höhle oder Kammerbacher Höhle.

Achtung! Der Zugang zur Höhle ist derzeit wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Wir bitten um Verständnis.

Mit ihrer schriftlichen Erwähnung 1267 als Holenstein oder Hollenstein gilt die Karsthöhle als älteste namentlich nachweisbare Höhle Deutschlands. Das Innere der Höhle ist ein einziger, etwa 40 m langer, 21 m breiter und 8 m hoher (an seiner höchsten Stelle 12 m hoher) Höhlenraum und damit ist dieser Höhlenraum einer der großräumigsten in Hessen. Im vorderen Bereich befindet sich ein kleiner Höhlensee, auf gleichem Niveau wie der vor der Höhle befindliche kleine Hexen- oder Nixenteich, beide sind Erdfälle.

Die Höhle mit dem 24 m hohen Felsen oberhalb und dem Teich davor könnte ein alter Kultplatz gewesen sein, an dem die Erdgöttin verehrt wurde. Junge Ehefrauen badeten im Höhlenteich in der Mainacht oder am Weihnachtsabend, wenn sie sich ein Kind wünschten. Mädchen hofften von Frau Holle einen Wunsch erfüllt zu bekommen, wenn sie Blumen auf den Opferstein legten. Wer sich in der Osternacht zwischen elf und zwölf in der Höhle mit dem Höhlenwasser wusch und dabei schweigen konnte, behielt lange seine Schönheit. Das Wasser galt als wunderkräftig. Viele Sagen ranken sich um diesen Platz.

Aufgrund der schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt wurde die Höhle mit Verordnung vom 25.3.1938 als Naturdenkmal Nr. 636.033 ausgewiesen und somit unter besonderen Schutz gestellt. Im Winter überwintern hier die Fledermäuse. Vom 15. Mai bis 15. September ist ein Besuch der Höhle nur nach Voranmeldung bei der Tourist-Information Bad Sooden-Allendorf unter 05652 9587-0 oder touristinfo@bad-sooden-allendorf.de möglich. Die Öffnungszeiten der Tourist-Info sind: Mo. bis Fr. von 9 bis 17 Uhr und Sa. 9 bis 12 Uhr. Die Schlüsselausleihe kostet 10 Euro. Es ist ein Pfand von 20 Euro zu hinterlegen. Zum Thema Hohlstein können Sie eine einstündige Führung buchen.

Hollstein

Südöstlich von Hessisch Lichtenau stehen im Dorf Hollstein drei Steine in einer Linie hintereinander. Sie heißen „die Hollensteine“ oder „Frau Hollen-Steine“. Der größte ist etwa fünf Meter hoch, der mittlere ragt etwa drei Meter in die Höhe. Es ist nicht bekannt, ob diese Steine einen alten Kultplatz für Frau Holle darstellten, möglich wäre auch dass sie auf die "Hollen" deuten. In Nordhessen wurden mit „Hollen“ kleine Erdgeister bezeichnet, die in anderen Gebieten Wichtelmännchen genannt werden. Diese Hollen sollen der Frau Holle dienstbar gewesen sein.
Einer alten Überlieferung nach sollen Frau Holle Steine in ihrem Schuh gedrückt haben, als sie einen großen Schritt vom Meißner weg machte. Sie schüttete sie hier aus.

Frau Holle Stuhl

Am Südhang des Meißners liegen auf einer Wiese, die man die „Morgengabe“ nennt, zwei Basaltblöcke. Dort soll Frau Holle an schönen Sommertagen im weißen Kleid gesessen und gesponnen haben. „Wer sich auf diesen Stein setzt, wird gesund“, sagt der Volksglaube und bezeichnet ihn als „Frau Holle Stuhl“.

Holleum

Im Frau Holle-Museum, dem Holleum, in Hess. Lichtenau lernen Sie neben den Mythischen Orten auch die vier Welten der Frau Holle kennen. Mehr unter www.holleum.de.

Arbeitskreis

2014 wurde in Eschwege auf Einladung von Annette Rath-Beckmann und mit ihrer Beteiligung der Arbeits- und Forschungskreis zur Mythologie der Göttin Holle gegründet. Mehr unter www.udagan.de.